Abstimmung über die Pluralinitiative am 8. März

23. Januar 2026
Am 8. März 2026 wird über die Pluralinitiative "Ja zum Neubau Alterszentrum Baum des Lebens" abgestimmt.

Warum wird abgestimmt?

Die Pluralinitiative «Ja zum Neubau Alterszentrum Baum des Lebens» verlangt die Umsetzung des vom Gemeinderat sistierten Projekts «Baum des Lebens» im (damals errechneten) Umfang von 35,5 Mio. Franken für ein neues Alterszentrum, welches das heutige Alters- und Pflegeheim Obigrueh in Schübelbach ersetzen sollte.

Projektstopp und Neuorientierung: Der Gemeinderat stoppte das Bauprojekt inklusive Zwischenlösung im August 2024, um offene Fragen zu klären und regionale Kooperationen zu suchen. Im März 2025 sistierte der Gemeinderat das Projekt definitiv, denn in der Zwischenzeit lagen bessere Alternativen vor und das bestehende Alters- und Pflegeheim
erhielt grünes Licht für eine kostengünstige Ertüchtigung.

Ausgangslage

Auf Schübelbachner Gemeindegebiet gibt es mit der gemeindeeigenen Obigrueh und dem von einer Stiftung geführten WPZ Stockberg zwei Pflegeheime. Trotzdem wird die Gemeinde Schübelbach ab 2030 über zu wenige Langzeitpflegeplätze verfügen. Laut kantonaler Planung werden bis 2035 zusätzlich 36 bis 52 Betten benötigt.

2022 bewilligte die Bevölkerung einen Projektierungskredit für den Neubau des Alters- und Pflegeheims Obigrueh. Das Projekt «Baum des Lebens» gewann 2023 den Wettbewerb, die Kosten wurden auf 35,5 Mio. Franken geschätzt. Vorgesehen war eine Umwandlung in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft bei Verbleib von Eigentum und Risiko bei der Gemeinde.

Nach Bekanntwerden von detaillierteren Eckdaten im Sommer 2024 stoppte der Gemeinderat im August 2024 das Projekt zur Klärung offener Fragen und vertieften Prüfung einer regionalen Zusammenarbeit. Im März 2025 wurde das Projekt definitiv sistiert.

Im August 2025 reichten die Schübelbachner Josef Bruhin und Stefan Knobel die Pluralinitiative «Ja zum Neubau Alterszentrum Baum des Lebens» zusammen mit 305 Unterschriften ein. Sie wurde im November 2025 durch den Gemeinderat für gültig erklärt. Nun soll das Stimmvolk entscheiden.

Parallel prüfte die Gemeinde seit Sistierung des Projekts Alternativstandorte für ein modulares Alterszentrum. Zudem wurde für das bestehende Heim Obigrueh nach kantonaler Prüfung eine Betriebsverlängerung von 10 bis 15 Jahren bewilligt, sofern bis 2027 die verlangten Ertüchtigungen umgesetzt werden. Das dafür nötige Budget von 1,6 Mio. Franken wurde von der Gemeindeversammlung bereits genehmigt.


Hier finden Sie alle Argumente und Informationen im Detail: Botschaft zur Gemeindeversammlung vom 22. Januar 2026

 

Abstimmungsfrage

Wollen Sie die Pluralinitiative «Ja zum Neubau Alterszentrum Baum des
Lebens» annehmen?

Empfehlung des Gemeinderats: NEIN

Auch der Gemeinderat sieht die Notwendigkeit für ein neues Alterszentrum. Das Projekt «Baum des Lebens» kann den langfristigen Pflegeplatzbedarf, die Nachfrage nach «Wohnen mit Service» und nach Alterswohnungen in der Gemeinde Schübelbach jedoch nicht nachhaltig decken. Das Alterszentrum wäre zudem nicht mehr erweiterbar und würde bereits bei der Fertigstellung zu wenige Plätze bieten.

Der «Baum des Lebens» bedingt, da auf der gleichen Parzelle gebaut würde, eine Zwischenlösung und kommt mit (mindestens) 35,5 Mio. Franken sehr teuer (siehe dazu QR-Code oder Seite 3 in der Botschaft). Es wäre das teuerste Vorhaben, über das in der Gemeinde Schübelbach je befunden wurde. Für die Umsetzung müsste weiter innert kürzester Zeit eine gemeinnützige AG ins Leben gerufen werden, was mit grossen Risiken verbunden wäre.

Für die Finanzierung der AG müsste die Gemeinde im Umfang von 15 Mio. Franken Darlehen gewähren und Aktien zeichnen. Diese Summen muss die Gemeinde fremdfinanzieren respektive verzinsen und amortisieren. Zudem muss sie für die Kredite der AG eine Solidarbürgschaft leisten. Um die steigenden Herausforderungen und Kosten im Bereich der Langzeitpflege bewältigen zu können, ist Schübelbach auf eine regionale Zusammenarbeit angewiesen (siehe auch Botschaft).

Es liegen aktuell weitaus bessere Alternativen für ein Alterszentrum auf geeigneteren Grundstücken vor. Die raumplanerischen Vorabklärungen laufen und befinden sich auf gutem Weg. Durch einen modulartigen Neubau wird sichergestellt, jederzeit flexibel auf neue Anforderungen in der Pflegelandschaft reagieren zu können.

Das bestehende Alters- und Pflegeheim Obigrueh kann währenddessen kostengünstig für weitere 10 bis 15 Jahre ertüchtigt werden. Damit ist der Weiterbetrieb über alle Pflegestufen sichergestellt. Danach könnte es zum Beispiel für Angebote des betreuten Wohnens oder für Pflegewohngruppen weiter genutzt werden.

Empfehlung des Initiativkomitees: JA

Das Volk entscheidet. Der Gemeinderat stoppte das Projekt «Alterszentrum Baum des Lebens» kurz vor der Gemeindeversammlung ohne plausible Begründung. Dadurch gehen Planungskosten von 450'000 Franken verloren. Zusätzlich wird auf Kantonsbeiträge von 2,8 Mio. Franken verzichtet. Das Volk soll entscheiden, ob insgesamt 3,25 Mio. Franken in den Sand gesetzt werden sollen oder nicht.

 

Falsche Zahlen. Laut dem Gemeinderat koste das Projekt die Gemeinde 35,5 Mio. Franken. Das stimmt nicht. Die tatsächliche Belastung für die Gemeinde und die Steuerzahler beläuft sich lediglich auf 7,5 Mio. Franken.

Durchdachtes Projekt… Das flexible, ausbaufähige Projekt garantiert bis 2035 die notwendigen Pflegebetten. Es kann durch geschickte Planung erweitert werden. Zusätzlich wertet der Neubau das Dorfzentrum von Schübelbach auf. Mit einem Eigenkapital von 51 % hat das Projekt gute finanzielle Voraussetzungen. Ein Pflegeplatz kostet 490'000 Franken. Das ist relativ günstig und liegt im Schweizer Mittelfeld.

…versus reine Fantasie. Demgegenüber schlägt der Gemeinderat vor, in 10 bis 15 Jahren ein grosses Pflegezentrum zu bauen. Das ist reine Fantasie, liegen doch weder konkrete Pläne noch Zahlen vor. Und: Ab 2045 nimmt die Zahl der alten Menschen wieder ab. Man will zu spät ein grosses Alterszentrum bauen, das nach wenigen Jahren nicht mehr gebraucht wird. Zusätzlich soll die Obigrueh mit
1,6 Mio. Franken «ertüchtigt» werden. Dieses Geld landet nach zehn Jahren auf der Schutthalde. Das Ja zum «Baum des Lebens» ist ein Ja zu einer zukunftsgerichteten Altersversorgung zu einem vernünftigen Preis.

 

Zugehörige Objekte

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2026-01-22_Ausserordentliche Gemeindeversammlung_Botschaft (PDF, 10.62 MB) Download 0 2026-01-22_Ausserordentliche Gemeindeversammlung_Botschaft
Präsentation der a. o. Gemeindeversammlung vom 22. Januar 2026 (PDF, 4.02 MB) Download 1 Präsentation der a. o. Gemeindeversammlung vom 22. Januar 2026